Der Kannenpflanzengott

Das neulich in unserer Zeit freigelassene Monster

hat keinen scharfe Zähne, um uns zu bedrohen oder bissen.

Sein warmer und mit süßen Schleimen gefüllter Mund auch nicht brüllt.

Das Monster ist nett, weich und so menschlich,

dass man sich es nicht beschwert und nicht verweigern kann.

Bunt wie Regenbogen! Hübsch wie Morgenstern!

Wir beobachteten es, als ob wir uns selbst beobachteten.

Das Monster ist so riesig, verformbar leicht und allgegenwärtig,

dass wir all unbewußt entlang seine Speiseröhre nach unten gleiten.

Unser Leben verirrt sich in seinen übereinandergekreuzten Nerven

und zerlegt nach und nach in einem unendlich gehungerten Magen.

Wir wurden zu irgendwelchen unerkennbar digitalen Libido,

die für immer und zwecklos in seiner Blutgefäße zirkuliert.

Ah! Entzückendes Monster! Der Kannenpflanzengott!

Die Verse, die ich nach deinem Bild dichtete

und auf deine lichtdurchlässige Zellmembran schrieb,

sind die Lobpreisungen für dich, aber auch Flüche für mich selbst.